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Pfarrkirche St. Nikolai zu Markau

14641 Markau  (Havelland)

Backsteinkirche
Baujahr:  1704 - 1708

Geschichte

Die Ersterwähnung der Kirche von Markau erfolgte in der Schenkungsurkunde Otto II., Markgraf von Brandenburg, Sohn Albrechts des Bären. In ihr heißt es u.a.: Am 28. Mai 1197 erhält das Hochstift Brandenburg den Besitz über die Kirchen in Ketzin, Knoblauch... und Markau. 1704 bis 1708 wird unter Henning Caspar von Bredow und seiner Ehefrau Gottliebe Dorothee, geb. Hünicke die Kirche in Markau auf den Resten der im dreißigjährigen Krieg zerstörten alten Kirche errichtet.



Kirchturm

Die Vorgängerkirche in Markau, über die es keine urkundlichen Nachweise mehr gibt, wurde im dreißigjährigen Krieg bis auf Reste des Kirchturmes zerstört. Diese aus Feldsteinen bestehenden Reste wurden beim Neubau 1704 bis 1708 in den neuen Turm bis hinauf zur Glockenstube einbezogen und mit Backsteinmauerwerk ergänzt. In unterschiedlichsten Quellen wird vermutet, dass es sich bei der Vorgängerkirche um eine Wehrkirche gehandelt habe. Ein Hinweis könnte einerseits die sehr enge, links gewendete Treppe im Kirchturm und andererseits die nicht existierende Verbindung vom Glockenturm in die Kirche sein. Beweise für diese Thesen gibt es jedoch nicht.



Nordportal

Aus dem Jahr 1712 stammt der prachtvolle, fast komplett erhaltene Nordeingang, der den Patronatsherren vorbehalten war. Deutlich ist zu erkennen, dass ursprünglich ein Oberfenster über der Tür vorhanden war. An dessen Stelle wurde der Blütenkranz, mit Inschrift und Wappen angebracht. Die Inschrift lautet: „Henning Caspar von Bredow aus dem Hause Sentecke .. Gottlieb Dorothea von Hunigken aus dem Hause Sotzkar haben diese Kirche Gott zu Ehren erbauen lassen Anno 1712“.



Altar

In den Jahren 1756 bis 1763 hat der Sohn des Henning Caspar von Bredow die Kirche im barocken Stil ausstatten lassen. Historisch interessant ist die Tatsache, dass der Ausbau auch in der Zeit des 7-jährigen Krieges fortgeführt wurde. Es kann davon ausgegangen werden, dass nicht nur die hohen Ernteerträge auf den guten Lehmböden des Havellandes südlich von Nauen das notwendige Geld brachten. Sicher hat auch der Sold des Herrn von Bredow als Offizier Friedrich II. dazu beigetragen.

Glanzstück der Ausstattung ist der 8 m hohe und 6 m breite, Altar, der in einer Bauzeit von 3 Jahren von 1756 bis 1758 errichtet wurde. Die Baukosten in Höhe von 282 Taler und 22 Silbergroschen sind im Kirchenarchiv dokumentiert. Leider gibt es über die Baumeister keine Unterlagen mehr. Sie werden im Magdeburger Raum vermutet.



Kanzel

Die Kanzel ist eine weitere künstlerisch wertvolle Arbeit. Bemerkenswert ist die die Kanzel tragende Engelsfigur. Dem Künstler ist es gelungen die Leichtigkeit, mit der der Engel die Kanzel trägt, darzustellen. Dazu hat er einerseits die Engelsfigur auf nur ein Bein gestellt. Andererseits zeigt das die fast berührungslose Verbindung der grazilen Arme zur Kanzel. Abgerundet wird alles mit dem Lächeln im Gesicht des Engels.



Patronatsloge

1760 bis 1763 wurde die Patronatsloge an der Nordseite in die Kirche eingebaut. Sie nimmt mit ihrem zweistöckigem Bau einerseits einen gewaltigen Platz in der Kirche ein andererseits verdeutlicht sie gleichzeitig die Macht und die Größe der Herren von Bredow auf Markau. Hinzugefügt werden muss an dieser Stelle, dass die obere Etage beheizbar war. Die Reste der Heizungsanlage sind noch deutlich am und im Bauwerk erkennbar. Den oberen Abschluss der Patronatsloge bilden Darstellungen aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges, der am 15. Februar 1763 mit dem Friedensschluss zwischen Österreich, Brandenburg-Preußen und Sachsen in Hubertusburg beendet worden war. Zur Erinnerung an seine Kriegsteilnahme ließ er das Familienwappen von den Sinnbildern des Krieges, den Fahnen, Lanzen, Trommeln und Trompeten, hier in der Gestalt der Posaune blasenden Engel, einrahmen. Wie am Altar und der Orgel finden wir auch an der Patronatsloge wunderschöne Schnitzereien.



Weitere Informationen zur Kirche (PDF 1,5 MB)



Text und Fotos: Michael Vogel, mit freundlicher Unterstützung von Frau Pfarrerin Angela Johannes.

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14641 Markau
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