Suche
Kreis
PLZ
Ort

Objekte

Übersicht
Berlin Uckermark Oberhavel Ostprignitz-Ruppin Prignitz Barnim Havelland Potsdam Brandenburg/Havel Potsdam-Mittelmark Teltow-Fläming Dahme-Spreewald Oder-Spree Frankfurt/Oder Märkisch-Oderland Cottbus Elbe-Elster Oberspreewald-Lausitz Spree-Neiße Land Brandenburg

Lexikon

A    B   C    D    E    F    G    H    I    J    K    L    M    N    O    P    Q    R    S    T    U    V    W    X    Y    Z

Backstein/Back-steinziegel:  
 
Bezeichnung für den handgeformten Mauerziegel.
 
Balken:  
 
freigespanntes, tragendes, waagerechtes Kantholz, siehe 'Ankerbalken', 'Dachbalken', 'Deckenbalken', 'Kehlbalken'.
 
Balkenkopf:  
 
Ende eines Balken, der aus der Fassade hervorragt, mit ihr bündig abschließt oder durch Putz bzw. Vormauerung geschützt wird.
 
Balkenlage:  
 
einen Raum überspannende, in Abständen nebeneinander verlegte Balken, Längsbalkenlage - parallel zum First, Querbalkenlage - quer zum First.
 
Band:  
 
kurzes Schrägholz zur Verstrebung, siehe 'Kopfband', 'Fußband' bzw. Fenster- und Türbeschlag, mit dem die Fensterflügel am Blendrahmen, die Türen am Türfutter, an der Zarge, am Blendrahmen usw. beweglich aufgehängt werden.
 
Bandseite:  
 
die Seite eines Fensters, einer Tür, auf der die Bänder befestigt sind (im Gegensatz zur Schloßseite).
 
Bandstock:  
 
daumendicke Ruten oder Spaltgerten aus Haselnuß, Weide oder Tanne, mit denen früher bei der Decktechnik des gebundenen Daches (Weichdach) die Bunde an die Lattung gedrückt wurden.
 
Banse:  
 
Stapelzone in der Scheune für Stroh, Heu und ausgedroschenes Korn.
 
Bauer:  
 
im Feudalismus durch unterschiedliche Rechts- und Besitzverhältnisse geprägte Grundklasse der Gesellschaft, B. ist Eigentümer oder Pächter eines landwirtschaftlichen Betriebes, der mit Familienmitgliedern den überwiegenden Teil des Einkommens erwirtschaftet. In der Mark zumeist mit 2-4 Hufen Land ausgestattet und zumeist als Hüfner bezeichnet. Die bereits im Spätfeudalismus vorhandene soziale Differenzierung der Bauernschaft führte schließlich zur Aufspaltung in Vollbauer/Vollhüffner und Halbbauer/Halbhüffner. Sie waren abgaben- und grundsteuerpflichtig. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. erfolgte eine Einteilung in groß- (20-100 Hektar), mittel- (5-20 Hektar) und kleinbäuerliche Betriebe (2-5 Hektar). Landwirtschaften größer als 100 ha = Gut. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 379)
 
Bauernbefreiung:  
 
B. durch Reformen im 18. und 19. Jh., Aufhebung der feudalen Abhängigkeit gegen festgesetzte Entschädigungen (in Land oder Geld), zu zahlen an die Grundherren, der Verlust des Bauernlandes an Fläche und Stellen brachte eine erhebliche Vergrößerung des Großgrundbesitzes.
 
Baufuge/Baunaht:  
 
Fuge zwischen zwei Bauwerken aus unterschiedlicher Bauzeit (Umbauten, Anbauten).
 
Beschlag:  
 
im allgemeinen aus Metall gefertigte Gegenstände oder Vorrichtungen, die dazu dienen, einzelne Bauteile, hauptsächlich Fenster und Türen, festzumachen, zu verbinden, beweglich zu machen oder zu verschließen.
 
Biberschwanz:  
 
unverfalzter, ebener Strangdachziegel mit halbkreis- oder segmentbogenförmigem oder auch geradem Ende und mit vorspringender Nase zum Aufhängen an Dachlatten.
 
Binder(balken):  
 
Dreieckverband von zwei Sparren und einem Dach(Decken)balken. Siehe 'Sparrendach','Gebinde'.
 
Blatt:  
 
im Querschnitt reduziertes Ende oder Zwischenstück eines Holzes, das zur Verbindung mit einem anderen Holz in seine Negativform (Blattsasse) eingesetzt und meistens mit Holznägeln gesichert wird.
 
blatten:  
 
seitliches Ineinanderfügen von Hölzern, nach der Form unterscheidet man gerade Blätter, Hakenblätter und Schwalbenschwanzblätter.(K. Baumgarten: Das Bauernhaus in Mecklenburg, 1965, S.87)
 
Blattsasse:  
 
kleinflächige, meist 5 - 10 cm tiefe Ausnehmung eines Holzes zur Verblattung mit einem anderen Holz.
 
Bleiche:  
 
Rasenplatz am Rande des Dorfes, auf dem selbstgewebtes Tuch oder Wäsche zum Bleichen ausgelegt wurde. Die Naturbleiche beruht auf der langsamen Zersetzung von Farbsubstanzen durch die Einwirkung von Sauerstoff, Sonnenlicht und Feuchtigkeit. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 379)
 
Blendrahmen:  
 
Konstruktion, bei der die Fenster-/Türflügel an einem Blendrahmen (liegend-rechteckigen Querschnitt) befestigt sind. Dieser wird nicht wie der Block- oder Zargenrahmen in die Wandöffnung hineingeschoben, sondern außen vorgeblendet oder in einen Falz montiert.
 
Block:  
 
kann einen regelmäßigen Grundriß (rechteckig, quadratisch, trapezförmig, rhombisch) oder unregelmäßige (vieleckige, schiefwinklige) Begrenzungslinien aufweisen, seine Ausdehnung schwankt zwischen Quadratmetern und -kilometern (Klein- oder Großblock).
 
Blockbau:  
 
Holzkonstruktion, bei der Baumstämme, naturrund oder zwei- bis vierflächig behauen oder, seit dem 18.Jh., mit der Schrotsäge gesägt ('geschrotet'), zu Wänden waagerecht übereinander-gelegt und miteinander verdübelt werden. Ecke: mit 'Vorstoß' oder wandbündig.(M. Woitzick, Studie über Block- und Umgebindehäuse im Kr. Finsterwalde, S.3)
 
Blockflur:  
 
Einteilung des Feldes in unregelmäßige Blöcke, die jeweils einem Besitzer gehören, der Landbesitz des einzelnen Bauern ist ungleich, es ist keine Hufenverfassung gültig.
 
Blockgewannflur:  
 
die in der Gemarkung verstreut liegenden, ungleich großen Blöcke sind streifig parzelliert, die Zahl der Streifen in den Blockgewannen ist unterschiedlich, der Besitz der Bauern liegt in Gemengelage, am Rand der Gemarkung sind oft regelmäßigere Gewanne ausgebildet, die Hufenverfassung fehlte ursprünglich, nachweisbar sind jedoch Belegungen mit Steuerhufen.
 
Blockrahmen:  
 
der Rahmen, aus drei nahezu quadratischen Kanthölzern bestehend, wird in das lichte Maß der Fenster-/Türöffnung gestellt - an ihm ist der Fenster-/Türflügel befestigt.
 
Blockständerbau/ Blockständerwerk:  
 
Wandbauweise, in der zwischen den tragenden, senkrechten Ständern/Stielen als Wandausfachung Blockhölzer (10-12 cm) nahezu bündig oder bündig eingelassen sind (im Unterschied zum (siehe) 'Bohlenständerbau'/'Ständerbohlenbau'), die Wandfüllung erreicht also annähernd die Stärke der Ständer.(G. Altenkamp, Alte Bauernhäuser im Taschenmuseeum, 1986, S.41)
 
Blockständerfach-werk:  
 
beim B. wird der untere Wandteil mit Blockbalken gefüllt, der obere als ausgestaktes Fachwerk gestaltet.
 
Blockstube:  
 
innerhalb eines Fachwerk- oder Hauses in Blockbauweise aus Halbhölzern errichtete Wohnstube mit einer Holzdecke, unabhängig vom Traggerüst des Hauses, die Innenwände sind geglättet und holzsichtig, die Rückwände meist mit Lehm verputzt.
 
Bohle:  
 
breites, über 4 cm dickes (5-10 cm), glattflächiges Kantolz.
 
Bohlendach:  
 
Die Bohlendachkonstruktion wurde ursprünglich von Philibert de l'Orme (1510-1570) entwickelt, geriet jedoch aufgrund technischer Probleme in Vergessenheit. Ca. 300 Jahre später wurde sie im Rahmen der Bemühungen um eine rationellere Verwendung des Bauholzes (seit dem Ende des 18. Jh.) von der preußischen Landbauschule unter der Leitung von D. Gilly wieder aufgegriffen und propagiert. Es handelt sich um eine Dachkonstruktion, bei der anstelle der geraden Sparren leicht gebogene Bohlen oder kurze Bretter (zweilagig und bogenförmig zusammengenagelt) verwendet wurden.
 
Bohlenfachwerk:  
 
mit Bohlen gefüllte Gefache des Fachwerkbaus.
 
Bohlenständer-bau/Bohlenstän-derwerk (Ständerbohlenbau):  
 
Wandkonstruktion, bei der zwischen die tragenden und lotrechten (mit einer Nut versehenen) Ständer/Stiele waagerecht Bohlen eingefügt werden, die erheblich unter der Stärke der tragenden Ständer bleiben. (Zu beachten ist, daß Bohlenständerwerke dieser Art in der Regel bereits Brustriegel haben, die die Fenster tragen, also im Grunde bereits Ober- und Untergefache scheiden).
 
Bohlenständer-fachwerk:  
 
beim B. wird der untere Wandteil mit Bohlen gefüllt, der obere als ausgestaktes Fachwerk gestaltet.
 
Bohlenstube:  
 
innerhalb eines Fachwerk-Hauses errichtete Wohnstube, deren Wände aus senkrecht stehenden Bohlen gebildet werden, die unten in der Schwelle und oben in ein Rähm eingenutet sind und auf dem Wandrähm eine eigene Holzdecke tragen.
 
Brandkalk:  
 
gebrannter Kalk, der durch Erhitzen von Kalkstein hergestellt und danach in der Regel zu Pulver gemahlen wird, Basis für Putze und Mörtel.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Brett:  
 
breites, meist 2 cm bis 4 cm dickes, glattflächiges Holz.
 
Bretterladen:  
 
einfache Bretterkonstruktion, die die Fensteröffnung verschließt.
 
Brettwerk:  
 
B. ist ein Wandgerüst, das zwischen seinen tragenden, teilenden und verstrebenden Hölzern nicht ausgefüllt sondern an der Außenseite mit senkrecht oder waagerecht angeordneten Brettern beschlagen wird.
 
Brüstungsriegel/ Brustriegel:  
 
im Fachwerkbau das untere der beiden waagerechten Verbindungshölzer zweier Ständer/Stiele, auf dem ein Fenster aufsitzt, der obere Riegel heißt Sturzriegel.
 
Büdner:  
 
mindestens seit dem Spätfeudalismus in der Mark Brandenburg übliche Bezeichnung für einen Dorfbewohner ('Häusler'), der nur mit einem eigenen kleinen Haus ('Bude') und etwas Gartenland ausgestattet ist, aber kein Ackerland besitzt (Handwerker, Heimarbeiter, Tagelöhner), z.T. unter Verwendung alter Bauern- oder Kossätenstellen (seit dem 18. Jh.).
 
Bundbalken:  
 
Balken in einer Fachwerkwand, der zugleich zwei Baufunktionen übernimmt, z.B. als Rähm des unteren und Schwelle des oberen Stockwerks in einem Bauteil.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Bundseite:  
 
Seite eines Holzes bzw. einer Wand, die beim Abbinden oben liegt und auf der Anriß und Abbundziffer vermerkt sind, am fertigen Fachwerkhaus zeigt die Bundseite nach außen bzw. bei Innenwänden i.d. Regel zu einem Verbindungsraum (Flur, Diele).
 
Bundständer:  
 
zumeist mit Streben ausgesteifter Ständer in der Außenwand, an den eine Innenwand anschließt, oft dicker bemessen.
 
Bundwände:  
 
quer zum First verzimmerte Innenwände, die von Außenwand zu Außenwand verlaufen.
 

Seitenanfang